Tartscher Bühel

St. Veit KircheDer Tartscher Bühel zählt zu den Hauptattraktivitäten im Oberen Vinschgau und gilt als dessen Wahrzeichen. Sowohl historisch als auch landschaftlich hat diese 1.077 Meter hohe, markante und weitum sichtbare Erhebung viel Interessantes zu bieten. Hobby-Archäologen dürfen sich freuen.

Geformt wurde das sogenannte Wahrzeichen des Oberen Vinschgaus, im Volksmund auch „Tartscher Bichl“ genannt, in der Eiszeit durch Gletschereinwirkungen und deshalb sind auch heute noch in den Felsmulden Ablagerungen von Gletschermoränen zu finden. Bestiegen werden kann der Tartscher Bühel von Mals aus, genauer gesagt vom Dorfzentrum der Malser Fraktion Tartsch.

In letzter Zeit ausgeführte Ausgrabungsarbeiten bezeugen die frühe Besiedlung des Gebietes: archäologische Funde lassen darauf schließen, dass es auf dem Felshügel eine 1,3 ha große Siedlung von wenigstens 80 Häusern gegeben haben muss. Außer römischen Münzen und Eisenbeilen wurde auch ein 2500 Jahre altes Hirschhorn mit rätischer Inschrift gefunden.

Auf der sagenumwobenen Erhebung befindet sich außerdem eine im 11. Jahrhundert im romanischen Stil erbaute Kirche, die St. Veit Kirche. Sie ist von einer hohen steinernen Ringmauer umgeben und steht einsam auf einer Hügelkuppe. Im Inneren der Kirche sind keine Kunstschätze mehr vorhanden.

Von großem Interesse ist die von Mussolini in den Jahren 1939-1942 erbaute, militärisch aber ungenutzte Bunkeranlage aus dem 2. Weltkrieg, in der Soldaten leben und arbeiten sollten. Mehrere Eingänge, welche heute nur mehr schwer zu finden sind, führen ins Innere der Anlage. Im Innenteil befanden sich Schlaf- und Betriebskavernen, Schießstände und endlose Treppenanlagen.

Erwähnenswert ist auch die einzigartige Vegetation dieses kugeligen Buckels: hier hat sich eine Steppenvegetation angesiedelt, der Hügel ist bräunlich und unterscheidet sich deutlich von der grünen, fruchtbaren Umgebung.