Brauchtum und Kulturschätze im Vinschgau

Brauchtum und Kultur im VinschgauWer im Südtiroler Westen schon einmal zu Besuch war, der weiß: Die Gegend strotzt vor kultureller Vielfalt. Brauchtum und Tradition begleiten einen auf Schritt und Tritt durch die Urlaubsregion im nördlichen Italien. Jahrhunderte alte Bräuche und kulturhistorische Kleinodien sind hier lebendiger denn je.

Ein Kulturschatz, der diesen Namen zu Recht trägt, führt von den weiten Po-Ebenen über die Adria durch den Vinschgau hindurch bis weiter an die Donau. Na, wissen Sie schon, von wem die Rede ist? Richtig, von der einstigen Römerstraße Via Claudia Augusta. Die unter der Herrschaft von Kaiser Augustus begonnene und später auf Befehl des Römischen Kaisers Claudius erneuerte und weiter ausgebaute Strecke erfüllte nicht bloß militärische Zwecke, sondern diente ebenso als Handelsstraße.

ZusslrennenProder MaschgerKrampus

Heute, Jahrtausende später, erlebt die alte Nord-Süd-Verbindung ihren zweiten Frühling. Entlang der rund 700 Kilometer langen Strecke laden Städte und Dörfer in Deutschland, Österreich und Italien zum Verweilen. So auch auf jenem Teilabschnitt der Via Claudia Augusta – Etschradroute, die durch die Ferienregion führt. Übrigens: Eine Fahrt mit der Vinschger Bahn erleichtert großen wie kleinen Radurlaubern das Treten auf der etwa 80 Kilometer langen Teilstrecke. Einfach Ticket lösen, hinein mit dem Rad in den Zug und schon kann Ihre Reise beginnen.

Bunte Faschingsbräuche

Von Gasthaus zu Gasthaus ziehen, dabei in geselliger Runde tanzen, trinken und scherzen – die Proder Maschger heißen Sie herzlich willkommen in Prad am Stilfserjoch. Alljährlich am Faschingssonntag versammelt sich eine illustre, vom Bajazz angeführte Gruppe, bestehend aus Herr und Frau, Mohr und Mohrin, Bauer und Bäuerin, Zillertaler und Zillertalerin, Steyrer und Steyrerin, Tschigeiner und Tschigeinerin sowie der beiden letzten Paare Tuxner und Tuxnerin, Zoch und Pfott, um in Begleitung zahlreicher Schaulustiger den Wirtshäusern des Ortes einen Besuch abzustatten. Feuchtfröhlich geht’s dabei her. Woher der Brauch aber eigentlich stammt, das weiß niemand so genau. Ob Totentanz oder Hochzeitsfeier – die Geister scheiden sich.

Neben den Proder Maschger, dem Zusselrennen oder dem Pfluagziachn in Stilfs ist ein weiteres Ritual Teil der kunterbunten Faschingszeit: Das Scheibenschlagen. Das Schlagen der handgefertigten, glühenden Holzscheiben ist in ganz Mitteleuropa verbreitet. Mit ihm wird im Vinschgau das Ende der „fünften Jahreszeit“, des Karnevals, eingeläutet.

Stiegen zum Himmel

Wesentlich besinnlicher gestaltet sich dagegen die Besichtigung jener kunsthistorischen Schätze, die im Projekt „Stiegen zum Himmel – Alpine Straße der Romanik“ zusammengefasst sind. Wuchtige Burgen wie Schloss Kastelbell, Orte wie das mittelalterliche Städtchen Glurns oder stille Kapellen, Kirchen und Klöster wie das Benediktinerstift Marienberg bei Burgeis zeugen von der kulturhistorischen Bedeutung des Vinschgaus und entführen Reisende in graue Vorzeiten.

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