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Zusslrennen in der Fasnachtszeit
Ein einzigartiger Brauch gibt es alljährlich am Unsinnigen Donnerstag in Prad im Vinschgau zu bewundern: das Zusslrennen. Dabei stellen ausschließlich Männer aus dem Dorf die Figur des Zussel dar. Diese sind von Kopf bis Fuß in Weiß gekleidet und mit bunten Maschen geschmückt. Kuhschellen, über 20 Kilogramm schwer, tragen sie um den Bauch. Der Umzug selbst verweist auf Fruchtbarkeitskulte. Zum Beispiel wird von sechs Männern ein alter Holzpflug durch die Gassen gezogen, Bauer und Bäuerin, Knecht und Dirn und schließlich Zoch und Pfott folgen dem Pflug.
Alle diese Personen tragen verschiedene landwirtschaftliche Arbeitsgeräte mit sich. Damit wird der Gang aufs Feld in der warmen Jahreszeit dargestellt. Bei einem zweiten Umzug führt der „Triebschellträger“ den Zug an. Die „Triebschelle“ ist die schwerste aller „Zusslschellen“. Hinter dem gewaltigen Dröhnen der Triebschelle kommen die Zussln, die Figuren, die dem Brauch den Namen geben: Sie tragen einen weißen Hut mit bunten Krepppapierblumen und Maschen und schwere Schellen um den Bauch. Ihnen folgen wiederum alle Paare und der Fuhrmann, der mit der „Goaßl“ den Zug zusammen hält.
Uralte Fruchtbarkeitskulte werden mit dem Zusslrennen in Verbindung gebracht. Stundenlang lärmen die Zussln mit ihren Schellen, vertreiben so die bösen Geister und die Winterkälte, und „wecken“ das Korn – auf dass es gut gedeihe.
Das Zusslrennen findet am 19. Februar 2009 statt.
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