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Glurns – eine mittelalterliche Stadt
Ein Ausflug nach Glurns bietet sich das ganze Jahr über an, besonders schön ist dieser aber jetzt im Wonnemonat Mai. Wehrhafte Stadtmauern, runde Türme, historische Plätze und nur 800 Einwohner: das ist das mittelalterliche Städtchen Glurns im Vinschgau.
Glurns liegt, umgeben von grandiosen Stadtmauern, im weiten Vinschger Talboden. Seit jeher haben sich hier Transitwege gekreuzt. Die Churburg bei Schluderns, die Fürstgenburg und Kloster Marienberg bei Burgeis erzählen von den wechselvollen Beziehungen zwischen den Schweizern und den Vinschgern im 15. Jh. Die Glurners Laubengänge selbst sind so niedrig, das man den Kopf einziehen muss. Sie stammen aus der kriegerischen Zeit von 1499, die stattlichen Bürgerhäuser aus der Zeit danach.
Drei mächtige Tore führen durch die Stadtmauer: das Malser, das Schludernser und das Tauferer Tor. Letzteres wird auch „Kirchporten“ genannt, weil durch dieses Tor die außerhalb gelegene Pfarrkirche St. Pankratius erreicht wird. Auffallend ist dort ein Fresko von 1496, das die Schrecken des jüngsten Gerichts darstellt: vielleicht eine prophetische Voraussage der Zerstörung der Stadt drei Jahre später.
Die romanische Kirche zum hl. Vitus erhebt sich auf dem Tartscher Bühel, einem markanten Hügel zwischen Glurns und Mals. Hier wiesen archäologische Grabungen Brandopferstätten und Wohnhöhlen aus vorchristlicher Zeit nach. Berühmt ist hier der Fund eines Hirschhorns mit rätischer Inschrift. In den Sommermonaten kann der Tartscher Bühel auch mit Führungen besichtigt werden.
Glurns zählt wegen seines romantischen Gesamteindrucks zu den Haupt-Sehenswürdigkeiten Südtirols. Durch umsichtige Restaurierungsarbeiten in den letzten Jahren, hat sich Glurns zu einem „Freilicht-Museum“ verwandelt.
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