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Sonderausstellung Alpenkönig Steinbock
Wo immer es Steinböcke gibt, werden diese Tiere zu Symbolfiguren. Nichts desto trotz wurde dem Hörner tragenden Kletterkünstler schon immer nachgestellt. Im Alpenraum führte dies beinahe zu seiner Ausrottung. Mit viel Aufwand gelang es das stolze Symboltier in einigen Gebieten der Alpen wieder anzusiedeln.
Steinböcke sind stolze Wappentiere, beliebte Werbeträger, Sternzeichen und kuschelige Plüschtiere.
Allgemeine Informationen zur Sonderausstellung:
Die heutige Vielfalt der Tierwelt entstand durch die Evolution über Jahrmillionen. Entsprechend kann man auch die Biologie des vom Zürcher Naturforscher Conrad Gessner vor über 400 Jahren als wunderlich und verwegen bezeichneten Tieres am besten verstehen, wenn man zuerst zurück in die Vergangenheit blickt. Deshalb führt eine Zeitachse als roter Faden durch die Ausstellung, beginnend vor Jahrmillionen mit der Evolution der Hornträger, später der Wildziegen, über die Ausbreitung, Ausrottung und Wiedereinbürgerung des Alpensteinbockes. Sie endet mit der genetischen Struktur der heutigen Populationen, die alle von einer winzigen Restpopulation in Norditalien abstammen.
Evolution der Wildziegen Die heutige Vielfalt der Wildziegen –erstmals vergleichend nebeneinander dargestellt anhand von lebensgroßen Silhouetten aller neun heute bestehenden Formen – ist das Resultat einer Evolutionsgeschichte, die geprägt war durch das Entstehen und Verschwinden von steilen, felsigen Inseln im Mittelmeerraum und in Kleinasien. Das Evolutionszentrum der Wildziegen befand sich also weit östlich und südlich von uns, eine Tatsache, die sich darin widerspiegelt, dass der Alpensteinbock eines der nördlichsten Verbreitungsgebiete aller Steinbockarten aufweist. Die Vielfalt von Arten und Unterarten der Wildziegen ist mit einem Stammbaum erklärt und mit echten Hörnern illustriert.
Ausbreitung und Verbreitung des Alpensteinbockes Anhand von prähistorischen und historischen Knochenfunden wird gezeigt, wie der Alpensteinbock während der Eiszeiteen sein Verbreitungsgebiet immer wieder ins Tiefland ausdehnte und sogar Süditalien, Griechenland, Belgien und die Niederlande erreichte. Erst nach der letzten Eiszeit zog sich der Steinbock wieder ins Gebirge zurück. Dasselbe gilt für viele der Wildziegen in Asien und Afrika, die heute stark isolierte Vorkommen aufweisen. Karten mit den Geländeverhältnissen von damals und heute zeigen dies klar.
Ausrottung und Wiederansiedlung des Alpensteinbockes Die Ausrottungsgeschichte ist mit Dokumenten, Bildern und Kultur-Objekten reich illustriert. Sie begann im 15. Jahrhundert mit der Erfindung von Schusswaffen und endete im frühen 19. Jhd., als der Alpensteinbock nur noch in einer kleinen Population im privaten Jagdgebiet des Königs von Italien vorkam. Die Silhouette eines Bastards zwischen Hausziege und Steinbock steht Zeuge für einen der ersten misslungenen Wiederansiedlungsversuche in der Schweiz.
Fotos, Briefe und Interviews mit Beteiligten dokumentieren die erfolgreichen, wenn auch nicht immer mit legalen Mitteln erreichten, Aussetzungen von Steinwild in der Schweiz.
Populationsgenetik Dass alle heutigen Alpensteinböcke aus der letzten Population in Italien abstammen, hat genetische Konsequenzen. Anhand aktuellster Forschungsergebnisse des Zoologischen Museums Zürich wird die Problematik der Inzucht aufgezeigt. An einer Computersimulation kann das Publikum selbst erfahren, wie Aussetzungen und weiteres Wildtiermanagement die genetische Zusammensetzung einer Steinbockpopulation stark beeinflussen können. Filme geben Einblick in die Feldarbeit des Forschungsteams.
Kreuzungen sind interessant Die zoologische Einteilung der Steinböcke und Wildziegen in Arten und Unterarten ist immer noch unklar und umstritten, weil zwischen allen Formen erfolgreiche Kreuzungen möglich sind. Es kommt sogar zu Kreuzungen zwischen Hausziegen und Steinböcken in freier Natur. Andererseits sind Kreuzungen aber biologisch sehr interessant, weil sie typischen Modellcharakter für die frühen Stadien der Artbildung haben.
Mehr zum Alpensteinbock An einer eindrücklichen Sammlung des Bündner Naturmuseums wird die Variabilität der Hörner des Alpensteinbocks gezeigt und Teile der Ausstellung befassen sich mit den Anpassungen an das Leben in felsigen und kargen Gebieten. Der Steinbock als Kulturobjekt rundet die Ausstellung ab, in der man sich vor einer Kulisse mit Steinbock durchaus auch selber fotografieren kann.
Rahmenprogramm Zur Ausstellung wird ein Rahmenprogramm für Groß und Klein angeboten. Für Schulen werden stufenspezifische Aktionen durchgeführt. Informationen zum Rahmenprogramm unter: www.aquaprad.com
Dauer der Ausstellung: Juli 2009 bis Mai 2010
Öffnungszeiten: vom 1. Juli bis 30. September 2009 DI – FR durchgehend von 9.00 bis 18.00 Uhr SA-SO und Feiertage von 14.30 -18.00 Uhr
ab 1. Oktober 2009 DI-FR von 9.00-12.00 und von 14.30 – 18.00 Uhr
Die Ausstellung ist eine Gemeinschaftsproduktion des Zoologischen Museums der Universität Zürich und des Bündner Naturmuseums in Chur. Vorhergehende Ausstellungsorte: Zürich, Chur und Rom Nächster Ausstellungsort: Nationalparkhaus Zernez (CH)
Kontaktadresse: Nationalparkhaus aquaprad
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