Täler, Almen und Berge im Vinschgau

Stall auf der AlmDie Steppenvegetation des Vinschger Sonnenberges allein bringt schon reichlich Abwechslung und Farbe in die Südtiroler Naturlandschaft. Doch dabei belässt es die Urlaubsregion im Norden von Italien nicht. Gleisende Gletscher, sanfte Almen und märchenhafte Täler gesellen sich dazu.

Die wohl beeindruckendsten Berggipfel des Vinschgaus sind zweifelsohne im Ortlergebiet anzutreffen. Allein die Tatsache, dass Sulden, Stilfs, Trafoi & Co. von 14 Dreitausendern umkränzt werden, macht unmissverständlich klar: hier geht’s hoch hinaus. So hoch, wie nirgendwo sonst in Südtirol. Denn: König Ortler ist mit seinen 3.905 Metern der höchste Berg des Landes. Der stark vergletscherte Gipfel gehört gemeinsam mit seinen wuchtigen Nachbarn wie der Königspitze, dem Monte Cevedale oder dem Monte Zebù zur so genannten Ortlergruppe, welche wiederum Teil der Südlichen Ostalpen ist.

Reich an imposanten Gipfeln ist aber nicht nur der äußere Westen des Vinschgaus. Berge wie die 3.739 Meter messende Weißkugel brauchen den Vergleich mit Ortler & Co. nicht zu scheuen. Von Kurzras ausgehend – es existieren auch alternative Aufstiegsmöglichkeiten – erreicht man den zweithöchsten Gipfel der Ötztaler Alpen in rund 5,5 Stunden. Die Tour ist wahrlich nichts für Anfänger und sollte nur bei sicheren Sicht- und Schneeverhältnissen begangen werden. Dafür wird man am Dach des 1861 erstmals bestiegenen Gletschers mit einem atemberaubend schönen Rundumblick belohnt.

Der OrtlerBlick Richtung ObervinschgauAlmwiese

Kontrastreiche Täler und Almlandschaften

Landschaftlich spektakulär präsentiert sich naturverbundenen Besuchern ebenso die Urlaubsregion Obervinschgau mit den Ortschaften Mals, Schluderns und Glurns. Täler wie das von der Sesvennagruppe umschlossene Schlinigtal gelten als wahre Naturparadiese. Von hier aus wandert man auf die Schliniger Alm, durchkämmt die berühmt-berüchtigte Uinaschlucht oder bezwingt den 3.204 Meter hohen Piz Sesvenna, die mächtigste Spitze der gleichnamigen Gebirgsgruppe.

Beliebter Ausgangspunkt für unvergessliche Wanderungen ist auch das Matschertal. Eine dieser Touren führt auf den 3.393 Meter hohen Rabenkopf, dessen Besteigung sich im Rahmen einer Rundtour vorbei am Matscherjochsee empfiehlt. Das zur Gemeinde Mals gehörende Tal lockt zur Winterzeit mit abenteuerlichen Skitourenwanderungen in schneesicherer Umgebung.

Die vielen Gesichter von Mutter Natur

Neben dem Martelltal, welches insbesondere für seine schmackhaften Erdbeeren bekannt ist, dem Rojental bei Reschen, dem Suldental sowie dem Langtauferertal lockt insbesondere auch das Schnalstal mit vielfältigen Landstrichen. Vorbei an Schloss Juval biegen Besucher in das rund 22 Kilometer lange Tal, weiter Richtung Vernagt-Stausee. Im Tal spiegelt sich wie in kaum einer anderen Gegend die landschaftliche Vielfalt der Region wieder: Obstgärten in den grünen Tallagen, das Gold des Winterroggens auf den Äckern der Finailhöfe, im Hintergrund das Weiß der Gletscher. So kontrastreich, dass einem die Naturlandschaft beinahe unwirklich erscheint – fast so, als wären Täler, Almen und Berge mit Pinsel auf Leinwand gemalt.