Kirchen und Kapellen im Vinschgau

Der Turm von Graun im ReschenseeEin Kirchturm, der aus den Wassern eines Sees ragt. Ein Gotteshaus, das in seiner Wuchtigkeit an eine Wehranlage erinnert. Ein Dorf, welches den höchsten Glockenturm Tirols sein Eigen nennen darf: Die Kapellen und Kirchen des Vinschgaus sind Zeugen einer bewegten Vergangenheit. Und Garanten echter Besinnlichkeit.

Nur mehr wenig erinnert an Alt-Graun - jenes Dorf, das im Jahr 1950 in den Fluten des Reschensees versenkt wurde. Genauer gesagt erinnert lediglich der mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Kirchturm, dessen Glocken am 16. Juli um 20 Uhr zum letzten Mal erklingen, an die Leidensgeschichte einer ganzen Ortschaft. Als nämlich im Sommer besagten Jahres die ersten Häuser und Wirtschaftsgebäude gesprengt und anschließend geflutet wurden, waren zuvor Hunderte von Personen enteignet und zwangsumgesiedelt worden. Sie alle hatten den wirtschaftlichen Interessen des italienischen Staates zu weichen, ihre Hilferufe blieben ungehört.

Heute ranken sich unzählige Mythen um den Turm, der übrigens eines der beliebtesten Fotomotive im Vinschgau ist. So behaupten einige Dorfbewohner etwa, an manchen Tagen dumpfes Glockenläuten aus den Tiefen des Sees zu vernehmen.

Der höchste Glockenturm Tirols

Neben dem Reschensee, der Sommer wie Winter Surffans aus ganz Europa in den Südtiroler Westen lockt, wissen auch andere Gegenden mit ihren beeindruckenden Gotteshäusern von einer aufregenden Geschichte zu berichten. So etwa Schlanders. Aus der Mitte des Vinschger Hauptortes ragt der höchste Kirchturm Tirols in den Himmel. Der 97 Meter hohe Turm der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ist das Wahrzeichen der rund 6.000 Einwohner zählenden Marktgemeinde. Doch nicht nur seine stolze Länge ist bemerkenswert, auch die leicht nach Westen hin geneigte Position des Baus macht ihn zum interessanten Ausflugsziel. Es scheint gar so, als würde die Spitze dem beständig pfeifenden Wind die Stirn bieten wollen.

Kloster Marienberg im VinschgauKirche St. Johann im VinschgauKirche St. Michael im Vinschgau

Von Gotteshaus zu Gotteshaus wandern

Ein Tipp: Wer die Welt der Kirchen und Kapellen im Vinschgau zu Fuß erwandern möchte, dem bieten sich hier gleich mehrere Möglichkeiten. Der Stundenweg etwa führt vom Kloster Marienberg oberhalb von Burgeis bis zum Kloster St. Johann im schweizerischen Müstair.
Besinnliche Momente sind wanderbegeisterten Urlaubern auch entlang der Tauferer-Kirchen-Wanderung, einem Themenweg im zauberhaften Münstertal, garantiert. Ausgangspunkt der rund dreistündigen Tour ist die St.-Johann-Kirche in Taufers, weiter geht’s über die St. Michaelskirche hin zur Pfarrkirche St. Blasius; vom St. Martinskirchklein schreitet man weiter in Richtung St. Antonius-Kirchlein und St. Nikolauskirche, ehe man in Rifair die St. Valentinskirche erreicht.

Wem all dies noch zu wenig ist, dem sei die St. Veith Kirche am Tartscher Bühel, die Lourdeskirche in Laas, welche an den Tod des Benedict Edler Ritter von Vintschgau aus Meran erinnert, oder die Pfarrkirche in Laas mit der aus weißem Marmor gefertigten Apsis ans Herz gelegt. Freuen Sie sich auf eine spannende wie lehrreiche Zeitreise durch das von Gott und Kirche geprägte Urlaubstal.

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